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Vipera-Arten
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Klinisches Bild Vipern

Vipera-Arten

Arten:

Allgemeines: Die Vipern sind die einzigen echten Giftschlangen in Europa. Nur Gloydius halys kommt an die Grenzen von Europa heran. 

Gefährlichkeit: Vor allem zwischen April und Oktober kommt es zu Bissunfällen. In den meisten Fällen ging vor dem Biss eine Manipulation am Tier voraus, aber auch bei Arbeiten im Garten oder auf Feldern, beim Sammeln von Beeren oder Barfusslaufen kann es zu Bissen kommen. In Mitteleuropa sind die Tiere durch die starke menschliche Besiedelung und die ausgeprägte Landwirtschaft stark gefährdet. In Deutschland treten vermehrt Bisse in Mecklenburg-Vorpommern, auf Rügen und Hiddensee (Insel vor Rügen) und in Thüringen auf.

Meist stehen als Wirkung nur lokale Effekte im Vordergrund. Es kommt sehr selten zu vital bedrohliche oder letalen Vergiftungen. Gefährliche Arten sind in den Spezies Vipera ammodytes, den skandinavischen Vipera berus und Vipera palaestinae zu finden.

  • In Schweden kam es in den 80er Jahren bei 12 % der Gebissenen zu einem schweren Verlauf (136 Patienten mussten klinisch versorgt werden)

  • In Großbritannien wurden zwischen 1876 und 1975 insgesamt 95 Bisse durch Vipera berus gemeldet. Davon starben 14 Patienten. Es ist dabei zu betonen, dass in dem Zeitraum von 1950 bis 1972 aber nur ein Todesfall dokumentiert wurde.

  • In der Schweiz wurden von 1967 bis 1983 insgesamt 113 Bisse durch Vipera berus und Vipera aspis gemeldet. Keine Vergiftung verlief letal, aber 14 Patienten hatten einen schweren Verlauf.

  • Der letzte Todesfall in der Schweiz durch einheimische Schlagen fand 1960 statt.
  • Der letzte Todesfall in Deutschland durch einheimische Schlangen wurde 1959 gemeldet.

    • Dies stimmt leider nicht mehr. Im Mai 2004 starb eine 81 Jahre alte Frau auf Rügen an den Folgen eines Kreuzotterbisses.

  • Zwischen 1980 und 1984 starben in Italien drei Patienten an den Wirkungen eines Vipernbisses. Nur 8 % aller gebissenen Patienten (286 Fälle sind dokumentiert) entwickelten eine schwere Symptomatik.

  • In Frankreich wurden 1990 insgesamt 102 Schlangenbisse durch einheimische Schlangen gemeldet. 5 Fälle verliefen schwer, wobei ein Patient verstarb.

  • Zwischen 1980 und 1987 wurden in Spanien zwischen 1.000 und 2.000 Schlangenbisse registriert. Pro Jahr sollen hierbei ungefähr fünf Patienten versterben. Der Verursacher ist hier Vipera latastei.

  • Sterblichkeit:
    • In Schweden wurden zwischen 1911 und 1978 insgesamt 44 Todesfälle dokumentiert. Seit 1978 ist kein Todesfall mehr aufgetreten.

    • In der Schweiz starben insgesamt 25 Menschen zwischen 1881 und 1930 durch den Biss einer einheimischen Giftschlange. Von 1931 bis 1965 aber nur drei Personen.

    • In Großbritannien wurden  von 1876 bis 1976 insgesamt 14 Tote durch den Biss einheimischer Giftschlangen verursacht.

Symptome: Es treten Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall auf. Bei mehr als 80 % der Patienten traten diese Symptome innerhalb von zwei Stunden auf. Die Patienten schwitzen, sind blass, haben eine Tachykardie und eine Hypotonie. Ein Schock tritt selten auf. Ebenfalls selten sind Bewusstseinstörungen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Anaphylaktische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock sind möglich. Meist findet die Sensibilisierung nicht durch die gleiche Vipern-Art statt. Man nimmt eine Kreuzantigenität an. Es fällt auf, dass fast nur ein Drittel der gebissenen Patienten über Schmerzen an der Bissstelle selbst berichten. Eine Ödembildung ist sehr häufig und tritt innerhalb von zwei Stunden ein (Vipera aspis und Vipera berus). Auch bei schweren Vergiftungen sind systemische Blutungen selten. In den Toxinen der europäischen Vipern sind Neurotoxine gefunden worden. Meist tritt aber bei einem Biss kein Effekt auf. Man vermutet als Begründung eine zu geringe Neurotoxinmenge. Es sind aber vereinzelte Fälle mit einer neurologischen Symptomatik bekannt (Vipera aspis). Auch Myotoxine sind in den Toxinen gefunden worden. Auch hier sind Effekte sehr selten beschrieben worden und man vermutet hier als Grund ebenfalls die geringe Menge im Toxingemisch. Schädigungen des Herzens sind bei Vergiftungen durch Vipern berichtet worden. Der kausale Zusammenhang ist aber unklar. Nierenfunktionsstörungen sind selten. Wenn sie auftreten, sind sie vor allem Folgen der Hypotension. Siehe auch bei den Studien.

Wenn keine Manipulation an der Bissstelle vorgenommen werden kommt es nur sehr selten zu Nekrosen. Bei Erwachsenen kann die vollständige Heilung erst nach Monaten abgeschlossen sein. Die Schwellungen der betroffenen Extremität können sich wiederholen. Die Schmerzen können den Patienten über einen sehr langen Zeitraum beeinträchtigen.

Maßnahmen: Die pressure-immobilization-Methode darf nicht angewendet werden. Diese Maßnahme kann schwere Folgeschäden nach sich ziehen. Das gleiche gilt für das Anlegen von Stauungen oder Abbindungen. Meist sind solche Maßnahmen die Auslöser für bleibende Schädigungen nach einem Biss. Die betroffene Stelle ist ruhigzustellen. Der Patient muss liegend in eine Klinik transportiert werden. Es sollte ein intravenöser Zugang gelegt werden und eine kristalloide Lösung verabreicht werden. Es ist sinnvoll die meist agitierten Patienten zu sedieren. Die weiteren Maßnahmen bis zur Klinik erfolgen symptomatisch. Es existiert ein Antivenin. Die Gabe wird aber kontrovers diskutiert. Die Gabe eines Antivenins erfolgt erst nach Weisung einer Giftinformationszentrale.

Artikel zu Vipera aspis und Vipera berus finden Sie hier:

Literatur:

[Atheris-Arten] [Bitis-Arten] [Cerastes-Arten] [Daboia russelii] [Echis-Arten] [Eristicophis macmahoni] [Macrovipera-Arten] [Montatheris hindii] [Proatheris superciliaris] [Pseudocerastes-Arten] [Vipera-Arten]

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Stand: 26. Dezember 2009

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