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Arsentrichlorid
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Arsentrichlorid

Synonyme: Arsen(III)chlorid
Chemische Formel: AsCl3
Molekulargewicht: 181.2
CAS-Nr.: 7784-34-1
RTECS-Nr.: CG1750000
UN-Nr.: 1560
EU-Nr.: 033-002-00-5
EINECS-Nr.: 232-059-5
Gefahrensymbole:
Umweltgefahren: Schädlich für die Umwelt, vor allem für Wasser, Böden. Die Substanz darf aufgrund ihrer Persistenz unter KEINEN Umständen in die Umwelt gelangen! Meeresschadstoff.
EU Einstufung: T, Xn
UN Klassifizierung: UN Gefahrenklasse: 6.1, UN Verpackungsgruppe: I
R-Sätze: 22-23/25
S-Sätze: (1/2-)20/21-28-45
Arbeitsplatzgrenzwerte: TLV als As: - ppm; 0.01 mg/m3 A1 (ACGIH 1993/94). MAK als As: - ppm; 0.5 mg/m3; (1997)
Siedepunkt: 130.2 °C
Schmelzpunkt: -16 °C
Relative Dichte (Wasser = 1): 2.2
Löslichkeit in Wasser: Reagiert

Eigenschaften: Die farblose, rauchende und visköse Flüssigkeit ist nicht brennbar und hat einen stechenden Geruch. Bei einem Kontakt mit Basen, Metallen, Oxidationsmitteln und Wasser besteht akute Brand- und Explosionsgefahr. Beim Erhitzen oder unter dem Einfluss von Licht zersetzt sich der Stoff und bildet dabei sehr toxische und korrosive Dämpfe (Chlorwasserstoff, Arsenoxid). Als Schmelztemperatur ist die Temperatur angegeben bei der das Kristallwasser frei wird.

Symptomatik: Der Stoff kann oral, über eine Inhalation oder über die Haut (Kontaktgift!!) aufgenommen werden und wirkt ätzend auf die Haut, die Augen und die Atemwege. Bereits bei einer Temperatur von 20°C kommt es sehr schnell zu einer toxischen Kontamination der Luft. An den Augen kommt es zu Schmerzen, Verbrennungen und Verätzungen. Auf der Haut führt der Stoff zu Schmerzen, Rötungen und Verätzungen. Nach einer oralen Aufnahme zeigt der Patient Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, einem brennenden Gefühl abdominellen Schmerzen, Verätzungen und Kreislaufstörungen bis hin zum Kollaps. Inhalativ bewirkt der Stoff einen Husten, Verätzungen, eine Dyspnoe und die Symptome nach einer oralen Aufnahme. Die Symptome können verzögert auftreten. Als schlimmste inhalatorische Folge kann ein toxisches Lungenödem auftreten. Dieses ist mit Kortison, auf jeden Fall auch präklinisch, zu therapieren. Bereits nach kurzen Einwirkungen sind Schädigungen des Herz-Kreislaufsystems, des Magen-Darm-Traktes und des zentralen Nervensystems möglich. Es können sich massive Blutungen, Flüssigkeitsverlust und Schocksymptome entstehen. Eine Exposition oberhalb des Arbeitsplatzgrenzwertes kann letal enden. Nach einer wiederholten oder längeren Einwirkung sind Schädigungen der Haut, der Schleimhaut, der Leber, der Nieren und des peripheren Nervensystems möglich. Es kann zu Pigmentveränderungen, Nervenschäden und Schädigungen der Nasenscheidewand kommen. Der Stoff ist beim Menschen Krebs erzeugend.

Maßnahmen: Der Patient ist mit umluftunabhängigen Atemschutz aus der kontaminierten Umgebung zu retten. Jeder Patient bekommt mindestens vier Liter Sauerstoff pro Minute. Kontaminierte Kleidung ist zu entfernen und die betroffene Haut ist ausgiebig mit Wasser zu spülen. Bei einer Einwirkung auf das Auge ist dieses zu anästhesieren und sorgfältig zu spülen. Das Auslösen von Erbrechen ist kontraindiziert. Zur Reduzierung der ätzenden Wirkung sollte der Patient ca. 300 ml Wasser zu trinken bekommen. Mit dieser Menge wird die Speiseröhre abgespült. Eine Verdünnung zur Änderung des pH-Wertes ist nicht möglich. Bereits bei einem Verdacht auf ein toxisches Lungenödem erhält der Patient Kortison inhalativ und parenteral. Alle weiteren Maßnahmen erfolgen symptomatisch. Eine klinische Überwachung hat auf jeden Fall zu erfolgen.

Vorsichtsmaßnahmen: Die Haut und die Augen sind mit geeigneten Schutzmaterialien zu schützen. Beim Personenschutz muss ein gasdichter Vollschutzanzug getragen werden. Der Gefahrenbereich ist zu verlassen und ein Fachmann (Feuerwehr) muss die Gefahr einschätzen.

[Acetaldehyd] [Acetamid] [Aceton] [Acetoncyanohydrin] [Acetonitril] [Acetophenon] [Acetylbromid] [Acetylchlorid] [Acetylen] [2-(Acetyloxy)Benzoesaeure] [Acrolein] [Acrylamid] [Acrylnitril] [Acrylsaeure] [Adipinsaeure] [Adiponitril] [Alachlor] [Aldicarb] [Aldrin] [Allethrin] [d-Allethrin] [Allylalkohol] [Allylamin] [Allylchlorid] [Allylglycidylether] [Allylisothiocyanat] [Aluminiumhydroxid] [Aluminiumoxid] [Aluminiumphosphid] [Aluminiumsulfat] [Ameisensaeure] [Aminocarb] [o-Aminophenol] [4-Aminobiphenyl] [2-Aminopyridin] [Amitraz] [Amitrol] [Ammoniak] [Ammoniumbisulfit] [Ammoniumchlorid] [Ammoniumfluorid] [Ammoniumhydroxid] [Ammoniumnitrat] [Ammoniumoxalat] [Ammoniumphosphat] [n-Amylacetat] [sec-Amylacetat] [Anilin] [Anilinhydrochlorid] [o-Anisidin] [p-Anisidin] [Anthracen] [Antimon] [Antimonpentafluorid] [Antimontrichlorid] [Antimontrioxid] [Antimonwasserstoff] [Antipyrin] [Argon] [Arsen] [Arsenpentoxid] [Arsentrichlorid] [Arsentrioxid] [Arsin] [Ascorbinsaeure] [Atrazin] [Azinphosmethyl]

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Stand: 02. November 2007

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